Ich blogge, weil…

1007 Wörter | einsortiert in Allgemeines | 2. Dezember 2011

mir sonst mein Kopf explodiert!

Die Überschrift ist das aktuelle Thema beim “Webmaster Friday” und hiermit meine erste Teilnahme. In inzwischen über 100 Veröffentlichungen habe ich meinen Gedanken Luft verschafft. Was auch bitter nötig ist/war, wie ich schon in meinem allerersten Gedanken versuchte zu formulieren. Ich bin kein Psycho-Analytiker, kann also nicht beurteilen, ob ein Aufstauen möglicherweise andere, nicht voraussehbare Folgen hätte.

Kann ich noch ruhig schlafen?

Es ist sicher Richtig, daß mich Gedanken schon um die ein oder andere Stunde Schlaf gebracht haben. Beschäftigt mich etwas und ich habe hier drüber geschrieben, ist Alles gut und ich kann wie ein Baby schlafen. Das Blog als Ventil funktioniert also hervorragend. Gewalttätigkeit ist mir nicht nur Fremd, sondern absolut zuwider. Als 42 Jähriger erlebte ich eine Situation, in der sich ohne Ende Wut aufbaute. Ich wurde vor Anderen niedergemacht, daß sich die Balken bogen. Innerlich packte ich die Fäuste aus und stellte mir vor, das Gesicht meines Peinigers zu Brei zu prügeln. Vielleicht hätte ich es mit 3 Promille im Blut getan. Wahrscheinlich auch dann nicht. Wie man selbst in Hypnose nicht gegen seinen Willen agieren kann, konnte ich meinem Übeltäter nicht die Fresse polieren. Allerdings habe ich viele Nächte danach schlecht geschlafen.

Seit dem ich blogge, ist Vieles besser geworden. Die Frage, ob dieses unbedingt Öffentlich geschehen muß, ist sicher berechtigt. Ich könnte meinen gedanklichen Abfall auch in ein Tagebuch schreiben. Dem will ich nicht widersprechen und wenn es das Internet nicht geben würde, wäre das sicher mein Weg.

Das Internet ist aber nun mal da und während sich eine Vielzahl an Nutzer ohne Gehirn bei facebook prostituieren, bestimme ich selber über meine Präsentation. Als arrogant bezeichne ich mich nicht, aber durchaus mit einem gesunden Selbstbewußtsein ausgezeichnet. Daher bin ich zu einem sicher, mit meinen Gedanken nicht Alleine zu stehen und zum Anderen durchaus Einige zum Nachdenken anzuregen. Ich halte meine Gedanken nicht für Falsch (natürlich nicht ;-) und durchaus geeignet, eigene Meinungen zu überdenken.

Bloggen bedeutet für mich nicht nur ein Kampf gegen die eigenen Dämonen, sondern ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit und Erhalt von Werten. Plump skizziert versuche ich den Unterschied zwischen Tier und Mensch heraus zu arbeiten und zu erhalten.

Ich blogge, weil ich nicht dazu anregen möchte, mir die Fresse einzuschlagen, sondern mal den eigenen Kopf zu gebrauchen und um die Fähigkeit zu erweitern, sich für andere Gedankengänge zu öffnen. Ich finde es abstrakt, daß wir uns Gedanken um Quantenphysik und Nanoelemente machen, andererseits Menschen sterben, weil sie auf seelenlosen Bahnhöfen Courage bewiesen haben. Wenn ein “Guckst du…” dazu führt, daß mir die Zähne eingeschlagen werden, läuft hier was Falsch.

Ich blogge, weil ich die Augen nicht verschließen will, obwohl mir durchaus klar ist, das unser Grundgesetz (§5 – Meinungsfreiheit) längst ausgehebelt ist. Längst muß ich mich für meine Meinung auf eben die dunkle Pfade begeben, die den angeblich “Bösen Jungs” vorbehalten sind. Traurig, wahr und deprimierend, doch der zunehmend inkompetent werdenden Politik geschuldet.

Ich blogge, weil ich die derzeitige Entwicklungen nicht mehr nachvollziehen kann. Mir fehlt das Verständnis, warum so Viele scheinbar ihren Kopf ausschalten. Dummerweise sind die Vorzeigeprotagonisten gerade in der Politik zu finden. Es heißt zwar immer, die Hoffnung stirbt zu Letzt, wenn ich mir die derzeit für mich verantwortlichen Volksvertreter anschaue, wird mir nicht nur Angst und Bange, sondern scheint diese längst gestorben zu sein.

Ich blogge, weil ich mich gegen die Bevormundung “von Oben” wehre. Ich bin kein Schaf, das blökend dem Vorgekautem “von Oben” folgt. Ich kann Kunstrasen noch von frischem Gras unterscheiden.

Ich blogge, weil es notwendig ist! Nicht nur für mein Seelenheil. Ich kann der Verdummung nicht Einhalt gebieten, nur herausreden und aufzeigen, ich war kein Bestandteil.

Am Ende des Tages bleibt die Frage, weshalb ich blogge.

Wahrscheinlich bleibt dies meine einzige Beteiligung am “Webmaster Friday”, wahrscheinlich der einzig erhellende Moment meines Blogs. Denken ist Subjektiv und NACHdenken noch viel mehr. Sich über 160/140 Zeichen hinaus zu bewegen, bedeutet heutzutage eine Anstrengung, der die Masse nicht mehr gewachsen ist. Nicht, das sie es nicht möchte, sie kann einfach nicht mehr. Traurig ist nur, daß es ebenso für Ebenen des Managements gilt. Kurzsichtigkeit und Eingeschränktheit gilt es zu verteidigen und mit anderen Etiketten zu versehen.

Ich blogge, weil ich um mich herum nur Gleichmut erlebe und keine Bemühungen, Wahrheiten zu erkennen. Natürlich ist mir klar, daß dies impliziert, ich erkenne diese. Nein, tue ich nicht! Ich will nur anregen die Eigene zu hinterfragen und möglicherweise neu auszurichten. Was in Stein gemeißelt ist, kriegen wir eh nicht mehr mit. Bis dahin haben wir es noch in der Hand. Bewegung bedeutet nicht nur, mit dem Hund Gassi gehen, viel wichtiger ist es, die grauen Zellen heraus zu fordern. Mich beschleicht nur, daß dieses für Viele eine Überanstrengung bedeutet. Nicht nur neue Erfahrung, sondern Horizonte, die nicht erfaßbar sind.

Ich blogge, weil ich anders bin, weil ich gegen den Strom schwimme. Nicht freiwillig, erschaffen durch meinen Überlebensinstinkt. Zum “Anti” gemacht, weil gleichförmiges Eintrichtern schon vor meiner Zeit zu einer ungesunden Entwicklung geführt hat. Belastet mit einer Schuld, die ich nicht zu verantworten habe, die ich nicht mal miterlebt habe. Zu dem nach einem “Verstehen” noch Niemand gefragt hat.

Ich blogge, weil mich Keiner nach meiner Meinung fragt. Von “Oben” wird es Keiner tun, weil ich ihm auf den Schlips trete. Von “Unten” wird es Keiner tun, weil er sich weigert, sein Gehirn für den Durchblick anzuschalten.

Nach allen Erwägungen bleibt mir nur das Fazit:
Ich blogge, weil es mein eigenes Wohlgefallen befriedigt. Mir gefällt es, meinen Senf dazu zu geben.

Ich blogge, weil es notwendig ist.

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